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ImRoNet



  Eine wichtige Aufgabe des Personals industrieller Prozessanlagen besteht in der regelmäßigen Inspektion und Wartung der Anlagentechnik. Viele dieser Arbeite sind einfache Routinearbeiten, die durch autonome oder teleoperierte mobiler Roboter übernommen werden können. Insbesondere in für Menschen gefährlichen Umgebungen wie z.B. auf Offshore-Anlagen sowie in chemischen oder petrochemischen Produktionsanlagen kann damit nicht nur eine Senkung der Betriebskosten, sondern auch eine Verbesserung der Arbeitssicherheit erzielt werden. Durch die direkte Interaktion der Roboter mit dem Personal vor Ort, z.B. zur Instruktion neuer Aufgaben oder zur Unterstützung in Problemsituationen, kann zudem der Bedarf an hochqualifizierten Fachkräften reduziert werden. Für den sicheren Betrieb und die Akzeptanz bei den Benutzern ist eine möglichst einfache und intuitive Steuerung der eingesetzten Roboter notwendig. Ziel des Forschungsvorhabens ImRoNet war es deshalb, neue, multimediale/multimodale Nutzerschnittstellen zur intuitiven Bedienung von Robotern in diesem Einsatzfeld zu konzipieren und experimentell zu validieren. Dabei wurden sowohl Benutzerschnittstellen zur Teleoperation als auch zur direkten Interaktion der Roboter mit dem Personal vor Ort betrachtet.

Anwendungsszenarien

Im Rahmen von ImRoNet wurden zwei neue mobile Roboterplattformen aufgebaut, auf denen unterschiedliche Anwendungsszenarien zur Unterstützung eines Arbeiters vor Ort sowie zur teilautonomen Teleoperation umgesetzt wurden.

AR-unterstützte Wartung vor Ort

Projektdemonstrator zur Wartungsunterstützung vor Ort Anzeige von Wartungsanweisungen mittels AR

Bei der AR-unterstützten Wartung hat der Benutzer vor Ort die Möglichkeit, ein an einem mobilen Manipulator angebrachtes Bedienpanel zu steuern. Das Bedienpanel ist mit einer Kamera ausgestattet, deren Bild auf den Bildschirm übertragen wird. Mittels Augmented Reality können in dieses Bild weitere Informationen wie z.B. Arbeitsanweisungen oder aktuelle Prozessparameter integriert werden. Das AR-System kommt dabei ohne externe Marker zur Referenzierung aus, da die Position des Displays und damit der Kamera im Raum jederzeit aus der Roboterposition errechnet werden kann. über eine am Bedienpanel angebrachte 6-D-Maus können sowohl Arm- als auch Plattformbewegungen vorgegeben werden. Mit Hilfe der Sensorik des Roboters – insbesondere einem Laserscanner und mehreren Ultraschallsensoren, die an der mobilen Plattform angebracht sind – wird sichergestellt, dass dabei keine Kollisionen mit dem Benutzer oder der Umgebung auftreten.

Teilautonome Teleoperation

Projektdemonstrator für die teleoperierte Instruktion und teilautonome Aufgabenausführung Bedienerschnittstelle mit Visualisierung und haptischem Eingabegerät

Der für die teleoperierte Durchführung von Wartungs- und Inspektionsaufgaben wie z.B. dem Ablesen von Anzeigen oder Drehen von Stellrädern eingesetzte Roboter ist zusätzlich mit einem drei-Finger-Greifer am Roboterarm und erweiterter Sensorik zur 3-D-Umgebungserfassung und Kollisionsvermeidung ausgestattet. Mit Hilfe eines haptischen Eingabegeräts fährt der Bediener den Roboter durch die Umgebung, um mit diesem so in die Nähe der zu inspizierenden oder zu manipulierenden Objekte zu gelangen. die graphische Benutzeroberfläche visualisiert dabei die Umgebung des Roboters sowie relevante Sensordaten. Haptische Vibrationseffekte geben dabei Rückmeldung über drohende Kollisionen mit Hindernissen und erhöhen so die Sicherheit. Erkennt der Roboter mit Hilfe seiner Sensoren ein Stellrad oder eine Anzeige, so wird dieses in der Benutzeroberfläche angezeigt. über das haptische Eingabegerät kann der Bediener ein Objekt auswählen und nachfolgend den automatischen Betrieb des Roboters starten. Dieser fährt zunächst zu einer für die Aufgabe geeigneten Position. Je nach Art des ausgewählten Objekts wird dann z.B. automatisch ein Stellrad gegriffen und auf- oder zugedreht oder die Kamera auf das Zielobjekt fokussiert und das Bild auf die Benutzeroberfläche übertragen.

Unterstützung durch einen entfernten Experten

Für die Unterstützung eines Arbeiters vor Ort durch einen entfernten Experten, werden über den Roboter Arbeitsanweisungen visualisiert und demonstriert. Dazu ist der Sensorkopf des Roboters zusätzlich mit einem Projektor ausgestattet, so dass Arbeitsanweisungen in die Umgebung projiziert werden können.

Download

Bilder

Bildmotive dürfen nur für redaktionelle Zwecke genutzt werden. Die Verwendung ist honorarfrei bei Quellenangabe und übersendung von zwei kostenlosen Belegexemplaren an das Fraunhofer IPA in Stuttgart. Grafische Veränderungen - außer zum Freistellen des Hauptmotivs - sind nicht gestattet.

Projektdemonstrator 1 mit Benutzer
Augmentiertes Kamerabild
Projektdemonstrator 2 dreht ein Stellrad
Bedienerschnittstelle mit Visualisierung und haptischem Eingabegerät

Video

ImRoNet-Roboter auf der AUTOMATICA 2010 (105 MB)

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IPA Interaktiv 2.2010


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